# Vergiftungen – erkennen und richtig handeln

- Link: https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/
- Veröffentlicht: 2018-03-03T19:39:05+01:00
- Autor: Thomas Stuppy

_Was im Verdachtsfall wirklich zählt – und welche Rolle eine Tierheilpraxis dabei
spielt (und welche nicht)._

Es kann jedem Tierhalter passieren.

Der Hund frisst auf dem Spaziergang etwas Unbekanntes vom Boden. Die Katze kaut 
an einer neu geschenkten Zimmerpflanze. Das Pferd erwischt im Heu eine giftige Pflanze,
die sich dort hineingemogelt hat. Manchmal merken wir es sofort. Häufig erst Stunden
später, wenn die ersten Symptome auftauchen.

Vergiftungen sind ein ernstes Thema – ein Notfallthema. Deshalb möchte ich Ihnen
auf dieser Seite drei Dinge mitgeben: Welche Giftquellen besonders häufig sind. 
Welche Symptome auf eine Vergiftung hindeuten können. Und vor allem: was Sie im 
Verdachtsfall tun sollten.

**Bei Vergiftungsverdacht: Sofort handeln – tierärztlich!** Wenn Sie vermuten, dass
Ihr Tier etwas Giftiges aufgenommen hat: Rufen Sie sofort eine Tierärztin oder einen
Tierarzt an, auch außerhalb der Sprechzeiten gibt es Notdienste. Probieren Sie nichts
auf eigene Faust – manche Hausmittel verschlimmern eine Vergiftung. Eine Tierheilpraxis
ist nicht der richtige Ansprechpartner für die akute Notfallversorgung. Genau dafür
gibt es die tierärztliche Akutversorgung.

## Häufige Giftquellen im Alltag

Manche Stoffe, die für uns Menschen unbedenklich sind, können bei Tieren schwere
Vergiftungen auslösen. Die folgende Liste ist nicht vollständig – sie zeigt aber,
wo die häufigsten Stolperfallen liegen.

### Lebensmittel

 * **Schokolade** (besonders dunkle und Backschokolade) – enthält Theobromin, das
   Hunde nicht ausreichend abbauen können.
 * **Trauben und Rosinen** – können bei Hunden Nierenversagen auslösen, oft ohne
   dass die genaue Dosis vorhersagbar ist.
 * **Zwiebelgewächse** (Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Bärlauch) – schädigen die roten
   Blutkörperchen, besonders kritisch bei Katzen.
 * **Xylit** (Birkenzucker, Süßstoff in zuckerfreien Kaugummis und Lebensmitteln)–
   bei Hunden hochgiftig, schon kleine Mengen können lebensbedrohlich sein.
 * **Avocado, Macadamia-Nüsse, roher Teig mit Hefe** – alle in unterschiedlichem
   Ausmaß toxisch.
 * **Alkohol und koffeinhaltige Getränke** – bereits geringe Mengen können schwer
   schaden.

### Pflanzen

Viele Zier- und Gartenpflanzen sind für Tiere giftig. Besonders aufmerksam sollten
Halter sein bei:

 * Eibe, Oleander, Goldregen, Maiglöckchen, Engelstrompete, Rhododendron.
 * Frühlingsblühern wie Tulpen, Narzissen, Hyazinthen – vor allem die Zwiebeln.
 * **Lilien aller Art** – für Katzen extrem gefährlich. Bereits Pollen oder Wasser
   aus der Vase können ausreichen, um eine schwere Vergiftung auszulösen.
 * Im Pferdebereich: Jakobskreuzkraut, Eibe, Robinie, Kirschlorbeer, herbstzeitlosenhaltiges
   Heu.

### Haushalt und Garten

 * Frostschutzmittel (Ethylenglykol) – durch süßlichen Geschmack besonders verlockend
   für Tiere.
 * Schneckenkorn (Metaldehyd) – schon kleine Mengen wirken hochtoxisch.
 * Rattengift (gerinnungshemmende Wirkstoffe) – kann zu inneren Blutungen führen,
   oft mit zeitlicher Verzögerung.
 * Reinigungs- und Desinfektionsmittel, ätherische Öle in höherer Konzentration.

### Humanmedikamente

Schmerz- und Fiebermittel aus der Hausapotheke gehören zu den häufigsten Vergiftungsursachen
bei Haustieren – oft ungewollt.

 * **Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol** können bei Hunden und besonders bei Katzen
   schon in geringen Mengen schwerste Schäden verursachen.
 * Bewahren Sie Tabletten konsequent außer Reichweite auf – auch heruntergefallene
   Pillen werden erstaunlich oft entdeckt.

## Welche Symptome sollten Sie aufhorchen lassen?

Die Symptome einer Vergiftung sind so unterschiedlich wie die möglichen Auslöser.
Manche treten innerhalb von Minuten auf, andere erst Stunden oder Tage später.

Achten Sie besonders auf:

 * Erbrechen, häufig wiederkehrend; Durchfall, eventuell mit Blut
 * starkes Speicheln, Schaumbildung am Maul
 * Zittern, Krämpfe, Koordinationsstörungen, Taumeln
 * veränderte Pupillen (deutlich erweitert oder ungewöhnlich eng)
 * Apathie, Benommenheit, plötzliche Schwäche
 * auffallend blasse, gerötete oder bläuliche Schleimhäute
 * beschleunigte oder erschwerte Atmung
 * übermäßiges Trinken oder ausbleibender Harnabsatz
 * Bewusstlosigkeit

Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Bei Verdacht auf eine Vergiftung
lautet die Regel jedoch: Lieber einmal zu früh tierärztliche Hilfe holen als einmal
zu spät.

## Was Sie im Verdachtsfall tun – und was nicht

### So handeln Sie richtig

 * **Bewahren Sie Ruhe und beobachten Sie Ihr Tier.** Notieren Sie sich, wann Symptome
   aufgetreten sind, was sich verändert hat.
 * **Entfernen Sie die Giftquelle,** wenn das gefahrlos möglich ist. Bewahren Sie
   eine Probe des vermuteten Gifts auf – Verpackung, Pflanzenteile, Reste der gefressenen
   Substanz. Das hilft der Tierärztin oder dem Tierarzt enorm bei der Behandlung.
 * **Rufen Sie sofort tierärztliche Hilfe** – in Ihrer Praxis, in der Tierklinik
   oder beim tierärztlichen Notdienst. Schildern Sie konkret: Welches Tier (Art,
   Größe, Gewicht), was wurde aufgenommen, vermutlich welche Menge, vor wie langer
   Zeit, welche Symptome treten auf.
 * **Folgen Sie den Anweisungen der Tierärztin oder des Tierarztes** – gegebenenfalls
   werden Sie direkt in die Praxis oder Klinik gebeten.
 * **Hilfreiche Anlaufstellen** neben dem regulären Tierarzt: Giftnotrufzentralen
   für Tiere (z.B. an Universitätskliniken) und Tier-Notdienste in Ihrer Region.
   Speichern Sie sich die Nummer Ihres tierärztlichen Notdienstes ein, bevor Sie
   sie brauchen.

### Was Sie nicht tun sollten

So gut gemeint manche Hausmittel sind: Im Vergiftungsfall können sie die Lage verschlimmern.

 * Versuchen Sie nicht, Ihr Tier auf eigene Faust zum Erbrechen zu bringen. Bei 
   manchen Giften (zum Beispiel ätzenden Substanzen) ist Erbrechen lebensgefährlich,
   weil die Speiseröhre erneut verätzt wird.
 * Geben Sie nicht reflexhaft Milch, Salzwasser oder andere Hausmittel. Das sind
   überholte Empfehlungen, die in vielen Fällen nichts nützen oder sogar schaden.
 * Verabreichen Sie keine Aktivkohle, kein Heilerde-Pulver und keine Medikamente
   ohne ausdrückliche Anweisung der Tierärztin oder des Tierarztes – auch hier kommt
   es auf das spezifische Gift an.
 * Warten Sie nicht ab. Bei vielen Vergiftungen entscheidet die Schnelligkeit der
   Reaktion über den Verlauf.

## Welche Rolle eine Tierheilpraxis hier spielt

An dieser Stelle wäre es unredlich, etwas anderes als die volle Wahrheit zu sagen:
In der akuten Vergiftung ist eine Tierheilpraxis nicht die richtige Anlaufstelle.
Das gilt für meine Praxis genauso wie für jede andere.

Was eine Tierheilpraxis aber sehr wohl bieten kann, ist die Begleitung im Anschluss–
nachdem die akute tierärztliche Versorgung abgeschlossen ist und Ihr Tier in der
Genesungsphase ist.

### Mögliche begleitende Maßnahmen nach einer überstandenen Vergiftung

In Absprache mit der behandelnden tierärztlichen Praxis können wir verschiedene 
Wege gehen, um die Erholung zu unterstützen:

 * **Phytotherapeutische Begleitung** der Leberregeneration mit etablierten Heilpflanzen
   wie Mariendistel.
 * **Klassische Homöopathie** zur konstitutionellen Begleitung in der Genesungsphase.
 * **Ernährungsberatung** während der Rekonvaleszenz – schonend, aber nährstoffreich.
 * **Manuelle Therapie** zur Anregung von Lymphfluss und Stoffwechsel, sobald das
   Tier wieder belastbar ist.

Welche dieser Maßnahmen für Ihr Tier sinnvoll sind, hängt von der Art der Vergiftung,
dem Verlauf der Akutversorgung und dem aktuellen Zustand ab. Voraussetzung ist immer
eine vorausgegangene tierärztliche Diagnose und die Abstimmung mit der behandelnden
Praxis.

## Prävention ist der beste Schutz

Viele Vergiftungen lassen sich verhindern. Ein paar Grundprinzipien helfen weiter:

 * Lebensmittel, die für Tiere giftig sind, konsequent außer Reichweite aufbewahren–
   auch im Müll.
 * Bei Zimmer- und Gartenpflanzen vor dem Kauf prüfen, ob sie für Ihr Tier sicher
   sind.
 * Reinigungsmittel, Frostschutz, Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel verschlossen
   lagern.
 * Auf Spaziergängen aufmerksam sein – besonders an Stellen, wo Spaziergänger gefährliche
   Köder ausgelegt haben könnten. Übung in „Aus“ oder „Nein“ lohnt sich.
 * Bei Pferden: Heuqualität und Weide regelmäßig auf Giftpflanzen kontrollieren.
 * Notrufnummern (Tierarzt, Tierklinik, Giftnotruf) griffbereit speichern – am besten
   eingespeichert im Handy und sichtbar zu Hause.

## Wenn Sie Begleitung in der Genesungsphase brauchen

Wenn Ihr Tier eine Vergiftung überstanden hat und Sie sich Unterstützung in der 
Erholungszeit wünschen, sprechen Sie mich gerne an. Eine telefonische Erstabsprache
ist kostenfrei.

Alle Kontaktwege finden Sie auf der [Kontaktseite](https://www.tierheilpraxis-bode.de/kontakt/).
Mehr zu meinem Behandlungsansatz im Bereich [Tierheilpraxis](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/).

[Jetzt Kontakt aufnehmen](https://www.tierheilpraxis-bode.de/kontakt/)

_Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Aufklärung und ersetzt im Akutfall
keine tierärztliche Versorgung. Bei Verdacht auf Vergiftung wenden Sie sich umgehend
an Ihre Tierärztin, Ihren Tierarzt oder einen tierärztlichen Notdienst. Naturheilkundliche
Maßnahmen werden ausschließlich ergänzend und nach abgeschlossener akuter tierärztlicher
Versorgung eingesetzt._

### Teilen mit:

 * [  Drucken ](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/#print?share=print)
 * [  E-Mail ](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/?subject=%5BGeteilter%20Beitrag%5D%20Vergiftungen%20%E2%80%93%20erkennen%20und%20richtig%20handeln&body=https%3A%2F%2Fwww.tierheilpraxis-bode.de%2Ftierheilpraxis%2Fwissenswertes%2Fvergiftungen%2F&share=email)
 * [  X ](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/?share=twitter)
 * [  Facebook ](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/?share=facebook)
 * [  WhatsApp ](https://www.tierheilpraxis-bode.de/tierheilpraxis/wissenswertes/vergiftungen/?share=jetpack-whatsapp)
